Show cover

Eine Gutenachtgeschichte für Kinder. In Schönhügel bleibt abends, wenn der Unterricht vorbei ist, immer eine kleine Gruppe Kinder im Hort, bis jemand sie abholt. An diesem Abend leuchtet ganz oben auf dem spitzen Schuldach etwas Rundes, rot-gelb gestreift, im letzten Licht: Der große Ball der Klasse ist ganz allein weggeflogen, mitgenommen von einer schelmischen Windböe, und morgen ist das große Spiel.

An der Feuerwache polieren Nino und Marco gerade Groß-Rot, als das kleine Telefonglöckchen klingelt. Bürgermeister Bruno ist schon vor Ort, seinen Schal wie immer hinter sich herschleifend, überzeugt, dass es heute Nacht regnen wird und man alle Feuerwachen des Landes anrufen müsse. Chefin Marta bittet ihn, kurz durchzuatmen: Man schaut sich das erst einmal in Ruhe an.

Die große Leiter erreicht den Dachrand, doch der Ball liegt weiter oben, auf der steilen Seite, wo die Ziegel brüchig werden. Marco versucht es mit Stange und Netz, zielt dreimal, und rollt den Ball nur noch weiter weg. Da betrachtet Nino die Schule ganz anders: nicht das Dach, sondern die Rückwand, mit ihrem winzigen runden Dachfenster, versteckt hinter einem Efeuzweig. Zu klein für einen Erwachsenen. Nicht für ihn. Und dort oben, direkt neben dem Ball, entdeckt er noch etwas anderes: ein Nest mit drei schlafenden jungen Schwalben.

Im Lauf der Geschichte lernt dein Kind, dass Helfen nicht nur bedeutet, Verlorenes zurückzuholen, sondern auch, etwas Kleineres als sich selbst zu beschützen. Nino stürzt sich nicht auf den Ball: Er rollt ihn Zentimeter für Zentimeter, um das Nest nicht zu erschüttern. Danach bindet Bürgermeister Bruno ein Stück seines Schals um das Dachfenster, damit jeder weiß, dass man hier diese Saison ganz sachte vorbeigeht.

Zurück an der Feuerwache holt Marco sein Tuch, um Groß-Rot zu polieren, und Nino hilft mit seinem eigenen kleinen Tuch mit. Sie reiben schweigend, jeder auf seiner Seite, bis der Wagen glänzt wie ein Spiegel. Dann stellen sich die Stiefel auf, vom größten zum kleinsten, und Nino nimmt sich Zeit, seine eigenen mit den Fingerspitzen ordentlich hinzustellen, und denkt dabei ein letztes Mal an die drei kleinen Vögel.

Niemand wird in dieser Geschichte für ein Misslingen gescholten. Weder Marco, noch Bürgermeister Bruno, noch das Kind, das den Ball zu fest geworfen hat. Man versucht es, es klappt nicht, man atmet durch und schaut woanders hin: Diese Art, ein Scheitern als Zwischenschritt und nicht als Fehler zu behandeln, ist der ganze Geist der Tilibou-Gutenachtgeschichten. Und währenddessen blinzelt Groß-Rot in der Garage sanft mit den Scheinwerfern, zufrieden mit seinem Abend.

Eine Feuerwehrgeschichte ohne Bildschirm, gedacht für Kinder ab 3 Jahren, ideal zum Zuhören schön kuschelig zur Schlafenszeit, im Auto oder vor dem Mittagsschlaf. Wie immer bei Tilibou bleibt das Ende ganz sanft, ohne Musik, um in den Schlaf zu gleiten, ohne jemanden zu wecken. 🚒

👉 Alle Tilibou-Gutenachtgeschichten auf tilibou.com

💡 Tipp: Um eine Welt am Stück zu hören, wähle ihre Staffel (Noisette, Léo, Cassie, Marin, Tom der Pirat, Nino, der kleine Feuerwehrmann, oder die Staffeln Weihnachten, Halloween und Kita).

✉️ Kontakt: contact@tilibou.fr

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    Eine Gutenachtgeschichte für Kinder. In Schönhügel bleibt abends, wenn der Unterricht vorbei ist, immer eine kleine Gruppe Kinder im Hort, bis jemand sie abholt. An diesem Abend leuchtet ganz oben auf dem spitzen Schuldach etwas Rundes, rot-gelb gestreift, im letzten Licht: Der große Ball der Klasse ist ganz allein weggeflogen, mitgenommen von einer schelmischen Windböe, und morgen ist das große Spiel.

    An der Feuerwache polieren Nino und Marco gerade Groß-Rot, als das kleine Telefonglöckchen klingelt. Bürgermeister Bruno ist schon vor Ort, seinen Schal wie immer hinter sich herschleifend, überzeugt, dass es heute Nacht regnen wird und man alle Feuerwachen des Landes anrufen müsse. Chefin Marta bittet ihn, kurz durchzuatmen: Man schaut sich das erst einmal in Ruhe an.

    Die große Leiter erreicht den Dachrand, doch der Ball liegt weiter oben, auf der steilen Seite, wo die Ziegel brüchig werden. Marco versucht es mit Stange und Netz, zielt dreimal, und rollt den Ball nur noch weiter weg. Da betrachtet Nino die Schule ganz anders: nicht das Dach, sondern die Rückwand, mit ihrem winzigen runden Dachfenster, versteckt hinter einem Efeuzweig. Zu klein für einen Erwachsenen. Nicht für ihn. Und dort oben, direkt neben dem Ball, entdeckt er noch etwas anderes: ein Nest mit drei schlafenden jungen Schwalben.

    Im Lauf der Geschichte lernt dein Kind, dass Helfen nicht nur bedeutet, Verlorenes zurückzuholen, sondern auch, etwas Kleineres als sich selbst zu beschützen. Nino stürzt sich nicht auf den Ball: Er rollt ihn Zentimeter für Zentimeter, um das Nest nicht zu erschüttern. Danach bindet Bürgermeister Bruno ein Stück seines Schals um das Dachfenster, damit jeder weiß, dass man hier diese Saison ganz sachte vorbeigeht.

    Zurück an der Feuerwache holt Marco sein Tuch, um Groß-Rot zu polieren, und Nino hilft mit seinem eigenen kleinen Tuch mit. Sie reiben schweigend, jeder auf seiner Seite, bis der Wagen glänzt wie ein Spiegel. Dann stellen sich die Stiefel auf, vom größten zum kleinsten, und Nino nimmt sich Zeit, seine eigenen mit den Fingerspitzen ordentlich hinzustellen, und denkt dabei ein letztes Mal an die drei kleinen Vögel.

    Niemand wird in dieser Geschichte für ein Misslingen gescholten. Weder Marco, noch Bürgermeister Bruno, noch das Kind, das den Ball zu fest geworfen hat. Man versucht es, es klappt nicht, man atmet durch und schaut woanders hin: Diese Art, ein Scheitern als Zwischenschritt und nicht als Fehler zu behandeln, ist der ganze Geist der Tilibou-Gutenachtgeschichten. Und währenddessen blinzelt Groß-Rot in der Garage sanft mit den Scheinwerfern, zufrieden mit seinem Abend.

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